Family Transalp Bavaria – Tegernsee – Königsee

mit Susi, Lilly und Yolanda

30.05.2020 – 06.06.2020

Pfingstferien und Coronajahr – trotz etwas schwieriger Zeiten können wir unsere im Winter geplante Tour fast so fahren wie vorgenommen. Durch die noch gültigen Reiseeinschränkungen mussten wir nur einige Teilstücke von der österreichischen Seite der Grenze auf die deutsch Seite umplanen.

Etappe 1 – Tegernsee – Bayrischzell

Mit einem frühen Start um kurz nach 7 Uhr sind wir mit S-Bahn und BOB zum Tegernsee gefahren. Nach einem Startfoto am See haben wir erstmal ein zweites Frühstück in Rottach genommen um gestärkt in die Tour zu starten. Über Enterrottach geht es ins Suttengebiet und weiter in die Valepp. Zu Beginn noch alles auf Asphalt geht es nach dem Abzweig zum Spitzingsee weiter auf Schotter und auch gleich mit einer ordentlichen Rampe hinauf zum Elendsattel.

Kurz vor dem Elendsattel kann man eine Trailschleife durch den Todtengraben einbauen. Wer S2 und groben Schotter mag, wir mit einem fantastischen Schluchtweg belohnt. Wieder oben am Elendsattel geht es nach einer ausgiebigen Pause für den Rest des Tages fast nur noch bergab zu unserem ersten Etappenziel in Bayrischzell.

Das negative Highlight des Tages gabs dann im Hotel. Aus Hygienegründen gibt es keine Seife im Hotel – zum Glück war neben an noch ein offener Supermarkt. Aber es war ja der erste Tag an dem die Hotels wieder öffnen durften.

Etappe 2 – Bayrischzell – Samerberg

Der Tag beginnt mit einer Rampe von der steilen und harten Sorte. Von Bayrischzell geht es quasi senkrecht die alte Talabfahrt zum Sudelfeld hinauf. Oben angekommen geht es über fantastische Höhenwege und Trails übers Sudelfeld und im Bogen um den Wendelstein herum zur Kronenbergalm zur Mittagsjausen auf der Wiese. Kurz nach der Alm geht es über einen uralten Weg/Trail (S2/200Tm) hinab zum Mühlbach und raus nach Brannenburg.

Auf der anderen Innseite in Nußdorf gibt es erst nochmal eine Stärkung an der Eisdiele, bevor es durchs Mühltal und dann hoch zum Hochrieß  zum Bikepark Samerberg geht. Nach einer kurzen Runde durch den Pumptrack gibt es eine Abfahrt über die blaue Linie des Bikeparks und hinüber nach Törwang zu unserem Hotel.

Anstrengend, aber ein genialer Tag.

Etappe 3 – Samerberg – Unterwössen

Königsetappe – heute erwarten uns über 1100Hm. Das Wetter ist bombig und so kurbeln wir gut gelaunt los. Zuerst geht es unter dem Hochries entlang im auf- und ab, bis ein unscheinbares, provisorisches Schild Molche in der Pfütze ankündigt. Da vergeht die nächste viertel Stunde wie im Flug, nicht beim kurbeln, aber beim schauen wie die Molche und auch einige kleine Frösche in der Pfütze umher schwimmen.

Recht bald eröffnet sich auch der erste Blick auf die am Nachmittag kommende Kampenwand. Die Mittagspause machen wir auf einer schönen Kuhwiese mit Aussicht, bevor es hinter der Hofalm in einen wunderschön zu fahrenden und uralt angelegten Steig hinunter nach Aschau geht. In Aschau genehmigen wir uns auch erst mal den Nachtisch an der Eisdiele um nochmal Kraft zu tanken für die steilen Rampen hinauf zur Kampenwand, bzw. zumindest auf das Zwischengeschoss.

Nach dem ersten Aufstieg kommen immer wieder kleine Traileinlagen aber auch weiterhin ordentlich Höhenmeter hinauf auf 1200m vorbei an der Staffnalm. Ab hier beginnt das Trailfeuerwerk hinab nach Niedernfels bei Marquartstein, mal flowig, mal rutschig matschig, mal wurzelig – Spaß für mich und Lilly, Yolanda und Susi nehmen nach dem rutschig, matschigen Abschnitt den Exit über die Forststraße und verpassen leider den flowigen Teil. Aber so ist es wenn man eine Tour noch nicht kennt und genau weiß was einen erwartet.

Erschöpft rollen wir die letzten Kilometer nach Unterwössen zu unserem Hotel und genehmigen uns erst mal eine Limo und für mich ein Bier auf der Terrasse des Hotels.

Pausetag – Unterwössen

Nach 3 Tagen biken haben sich die Kids mal einen Tag Pause verdient. Erstmal gemütlich ausschlafen und frühstücken. Dann etwas chillen auf unserem Balkon, von dort sah man immer die Segelflieger starten, also ging es vor dem Besuch das Natur-Badesees noch kurz zum schauen am Segelflugplatz vorbei. 4er Winde im Dauereinsatz – sehenswert.

Für mich gabs vor dem Badesee dann noch eine kurze Trailtour zum Roßkopf mit Traumaussicht von einem versteckten Bankerl. Was uns gestern noch verwehrt geblieben ist, hat sich dann für mich heute noch ergeben. Aussicht bis zum Chiemsee.

Etappe 4 – Unterwössen – Weißenbach

Die Königsetappe ist geschafft und am Pausentag haben wir unsere Speicher wieder gefüllt um weiter unserem Ziel, dem Königsee entgegen zu radeln. Von Unterwössen aus steht auch gleich ein ordentlicher Anstieg mit 500Hm am Stück auf dem Programm hinauf zum Kanonenpass. Eine kurzer Schottersausse bringt uns zu den Röthelmoosalmen, wo wir auf der Wiese erstmal Mittagspause machen. Die Kühen auf der Weide sind dabei direkt ganz langsam von Rechts nach Links gemütlich grasend an uns vorbei gezogen, danach wieder zurück bevor sie sich zum Wiederkäuen faul ins Gras gelegt haben.

Weiter ging es den Großwappenbach hinab und dann zügig vorbei an Weitsee, Mittersee und Lödensee. Der Sprung ins kühle Nass lockt hier sehr, doch unser Weg ist noch weit. Kurz nach der Chiemgau Arena, dem Biathlon Stadion von Ruhpolding, zweigen wir  wieder bergauf ins Schwarzachental ab. Unter dem Kaserkopf entlang und auf und ab erreichen wir die Reiteralm und gönnen uns einen leckeren Käsekuchen zur Stärkung.

Hinter der Reiteralm beginnt das Trailhighlight des Tags. Nach einigen Metern Karrenweg wird der Weg zum schmalen Traumpfad für Mountainbiker. Als uns der Trail unten im Lilsbachtag ausspuckt haben wir es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel in Weißbach. Auch hier gab es erstmal das obligatorische Kaltegetränk, je nach Geschmack Limo, Spritz oder Hopfenkaltschale.

Etappe 5 – Weißenbach – Königsee

Finaltag, aber noch ist eine Etappe zu fahren. Nach einem reichlichen Frühstück führen uns ab etwa der Hälfte des Anstiegs wunderbare Flowtrails hinauf zum höchsten Punkt des Tages. Die Trails sind sicher auch super in die andere Richtung zu fahren. Nach gemütlicher  Pause an der Jocherhöhe finden wir aber auch in unsere Richtung zu Beginn super schöne Trails zum abfahren. Am Ende der Abfahrt Rollen wir erstmal in Bad Reichenhall ein und finden einen gemütlichen Pauseplatz mit Bäcker und Obsthändler am alten Florianiplatz.

Über Bayrisch Gmain führt unser Weg mal links, mal rechts von der Bundesstraße auf ruhigen Nebenwegen hinüber nach Berchtesgaden. Zwischendurch kurz nach Bischofswiesen bekommen wir dann volle Watzmann Breitseite zu sehen. Watzmann, Watzmannfrau und alle 5 Kinder in voller Schönheit, vom Winter noch leicht mit Schneekleidern.

Den riesen Eisbecher gibt es direkt in Berchdesgaden am Markplatz bevor wir das letzte Stück zum Königsee gemütlich entlang der Königseer Ache zum Finale am See rollen.

Immer wieder genial – ANKOMMEN – nach einer Woche immer nur weiter fahren, nicht zurückblicken, keine Rundtouren, einfach immer weiter.

Nur den obligatorischen Sprung ins kühle Nass sparen wir uns. Anfang Juni, bewölktes Wetter und Bayern statt Trentino haben uns dann doch nicht überzeugt es zu wagen.

Ride – Eat – Sleep – Repeat!

Sightseeing – Königsee – Obersee

Natürlich darf auch das berühmte Echo vom Königsee nicht fehlen.

Nachdem wir eine Woche wirklich Mega Glück mit dem Wetter hatten verbringen wir den regnerischen Morgen am Abschlusstag erstmal gemütlich in unserem Appartement. Ausschlafen, Frühstücken,  noch ein bisschen chillen und dem Wetterbericht vertrauen dass es mittags aufreißt.

Mit Regenjacke als Backup sind wir dann auch einfach los gezogen vor zu den Bootsstegen zu einer Königsee Rundfahrt. Pünktlich beim Vorbeifahren an der Echowand kommen auch die ersten Blauen Himmelsflecken raus – besser geht’s nicht. St. Bartholomä mit der kleinen Kirche und den bekannten roten Zwiebeltürmen und Kuppeldächern und ein Spaziergang zum Obersee runden den Abschlusstag gemütlich ab.

Die Rückfahrt am nächsten Tag ging problemlos mit der Bahn. Mit 1x Umsteigen landen wir von Berchtesgaden aus in München, hier nochmal in S-Bahn und zurück nach Hause. Was für eine Woche.

Super Tour, super Leistung von den Kids und eine geniale Woche, die sehr sehr lange im Kopf bleiben wird.

Yepeaaa Reiner

Daten und Fakten:

Strecke: 206km

Anstieg:  5250Hm

„Wie weit ist es noch?“ – Erstaunlich selten.

Eisdielen – Jede am Wegesrand, leider zu wenige!

Erschöpfte Biker: 4 – manche auch öfters

Glückliche Gesichter: 4 – alle auch öfters